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Nach der Absage durch den ZiSG im Juli 2026 folgt die nächste Absage aus dem Kanton Luzern: Auch der Arbeitslosenhilfsfonds unterstützt Avenir50plus nicht. Damit steht die unabhängige und kostenlose Beratungsstelle nach 14 Jahren vor einer ungewissen Zukunft. Gleichzeitig ist Avenir50plus für den Swiss Diversity Award 2026 nominiert.
HJ/ Es ist ein bemerkenswerter Widerspruch: Seit 14 Jahren berät Avenir50plus Menschen 50plus kostenlos und unabhängig – bei Arbeitslosigkeit, Aussteuerung, Sozialhilfe, Pensionskasse und Altersvorsorge. Die Kommission für Arbeitsintegrationsmassnahmen (KAIM) anerkennt ausdrücklich unseren Beitrag zur «Beratung, Begleitung und Unterstützung von Menschen 50plus in anspruchsvollen Lebens- und Arbeitssituationen». Trotzdem lehnt sie eine Unterstützung ab: Die arbeitsmarktliche Zielsetzung bilde lediglich einen Teilbereich unseres Angebots.
Zu arbeitsmarktlastig – und gleichzeitig zu wenig arbeitsmarktlich?
Das erstaunt. Beim ZiSG wurde Avenir50plus unter anderem vorgehalten, das Angebot sei zu arbeitsmarktlastig. Beim Arbeitslosenhilfsfonds ist es nun offenbar zu wenig arbeitsmarktlich. Genau darin liegt jedoch die Stärke unserer Arbeit: Wer mit 55 oder 60 seine Stelle verliert, hat nicht nur ein Arbeitsmarktproblem. Arbeitslosenversicherung, Aussteuerung, Sozialhilfe, Pensionskasse und Altersvorsorge greifen ineinander. Menschen lassen sich nicht nach den Zuständigkeiten einzelner Behörden aufteilen. Der Zugang zum Recht, der Avenir50plus über die Beratung angeboten hat, wird ausgerechnet im Jahr der ungewissen Zukunft übergeben, wo die SKOS den Kantonen empfiehlt, diese doch finanziell zu untertützen.
In Luzern abgelehnt – in Bern nominiert
Während Luzern eine finanzielle Unterstützung ablehnt, erfährt unsere Arbeit auf anderer Ebene Anerkennung: Avenir50plus Schweiz ist für den Swiss Diversity Award 2026 nominiert.Die Preisverleihung findet am 17. Oktober in Bern statt.
Darüber freuen wir uns. Doch eine Nomination finanziert keine Beratungsstelle. Nach 14 Jahren unbezahltem Engagement wird es zunehmend schwierig, das Angebot ohne Beteiligung der öffentlichen Hand weiterzuführen.
Die Arbeit wird gelobt und ausgezeichnet – aber nicht finanziert. Wenn sich daran nichts ändert, droht ein Angebot zu verschwinden, dessen Wert offenbar unbestritten ist.
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