Luzern (Sitz der Geschäftsstelle) blockt –Avenir50plus droht nach 14 Jahren das Aus
|
|
Avenir50plus Schweiz richtet einen offenen Brief an das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV und Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider. Anlass ist eine Stellenausschreibung des Dachverbands Schweizer Jugendparlamente (DSJ), der in erheblichem Umfang mit öffentlichen Geldern unterstützt wird.
Jugendförderung ist wichtig – keine Frage. Doch rechtfertigt sie auch eine Personalpolitik, bei der Jugendlichkeit zum positiven Merkmal einer Organisation erklärt wird?
Der Dachverband Schweizer Jugendparlamente (DSJ) verfügt nach eigenen Angaben über ein Jahresbudget von rund drei Millionen Franken. Rund ein Drittel davon stammt aus Subventionen des Bundes. In einer aktuellen Stellenausschreibung für eine reguläre Kommunikationsstelle hebt der Verband ausdrücklich hervor, dass der Altersdurchschnitt seines rund 40-köpfigen Teams unter 30 Jahren liege und sich dies positiv auf das Arbeitsklima auswirke.
Für Avenir50plus Schweiz wirft dies grundsätzliche Fragen auf: Darf eine mit erheblichen öffentlichen Geldern finanzierte Organisation Jugendlichkeit faktisch zum Bestandteil ihrer Personalpolitik machen?
Besonders widersprüchlich erscheint dies vor dem Hintergrund der Arbeitsmarktpolitik des Bundes. Ältere Menschen sollen möglichst lange im Erwerbsleben bleiben. Gleichzeitig wird angesichts der demografischen Entwicklung über eine weitere Erhöhung des Referenzalters diskutiert.
Wer von Menschen verlangt, länger zu arbeiten, muss ihnen auch faire Chancen auf dem Arbeitsmarkt zugestehen.
Avenir50plus Schweiz hat deshalb das Bundesamt für Sozialversicherungen in einem offenen Brief aufgefordert darzulegen, welche Anforderungen hinsichtlich Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung für Organisationen gelten, die mit Bundesmitteln unterstützt werden – und welche Konsequenzen eine Benachteiligung älterer Bewerberinnen und Bewerber für die Bundesfinanzierung hätte.
Junge Menschen zu fördern bedeutet nicht, ältere Menschen auszugrenzen. Generationenpolitik darf nicht dort enden, wo Jugendförderung beginnt.